• vera.pichler

Ein Plädoyer für starke Nachhaltigkeit

Aktualisiert: 17. Aug 2020


Was ist starke Nachhaltigkeit und welche Rolle spielt dabei die Natur?

Diesem Thema widmen wir uns in unserem 2. Blogbeitrag.

Wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit etwas eingehender beschäftigt, stolpert man unweigerlich über den Bericht „Our Common Future“ – auch bekannt als „Brundtland-Bericht“, der 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen veröffentlicht wurde. Der wohl bekannteste Satz aus diesem Bericht ist die Definition für nachhaltige Entwicklung, die auch bis heute noch Gültigkeit hat:


" Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs."

Demnach geht es darum, Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen zu übernehmen. Es ist also entscheidend, welches Erbe wir auf unserem Planeten hinterlassen.


Bei der Frage, wie unser Erbe aussehen soll, gibt es viele verschiedene Ansichten. Aus ökonomischer Sicht wird Erbe mit dem Aufbau und dem Erhalt von Kapital verbunden. Dabei geht es aber nicht immer um Geld. Man unterscheidet folgende Formen von Kapital:

1. Sachkapital

2. Naturkapital

3. Kultiviertes Naturkapital (z. B, landwirtschaftliche Nutzflächen)

4. Sozialkapital

5. Humankapital (Fähigkeiten, Bildung)

6. Wissenskapital


In der ökologischen Nachhaltigkeit geht es vor allem auch um den Erhalt des Naturkapitals, also natürlicher Ressourcen. Nachhaltigkeitsmodelle unterscheiden oft zwischen schwacher und starker Nachhaltigkeit. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Ansätzen liegt darin, wie die Substitutionsmöglichkeit von Naturkapital gesehen wird. Nachhaltigkeit im Sinne der schwachen Nachhaltigkeit bedeutet, den Gesamtbestand des Kapitals (Sach-, Natur-, Sozial-, Humankapital) zu erhalten. Demnach ist es zulässig, Naturkapital (z.B. nicht erneuerbare Energieträger) zu verbrauchen, wenn dafür Ersatz (z.B. in Form von Know-How, Technologien oder Infrastruktur) geschaffen wird. Bei der starken Nachhaltigkeit ist eine solche Substitution nicht zulässig.


Es geht also um die Frage: kann Naturkapital einfach durch eine andere Art von Kapital ersetzt werden? Aus unserer Sicht lautet die Antwort klar Nein.



Leben, so wie wir es auf unserer Erde kennen, ist ohne Natur nicht möglich. Im Konzept der schwachen Nachhaltigkeit wäre es grundsätzlich denkbar, Natur unbegrenzt durch Sachkapital zu ersetzen. Es ist nur wichtig, dass ein Durchschnittsnutzen für die Menschheit erhalten bleibt.



Wir plädieren dafür, Nachhaltigkeit in seiner starken Art zu verstehen. Denn Wirtschaft und Gesellschaft können nur innerhalb der ökologischen Grenzen langfristig funktionieren. Nur so kann die Lebensgrundlage aktueller und zukünftiger Generationen gesichert werden. Das überträgt sich auch auf den Anspruch unserer Arbeit. Wir setzen auf fundierte Nachhaltigkeitsstrategien und Stärkung des Bewusstseins. So kann nachhaltige Entwicklung zum Erfolg für Unternehmen, für unsere Gesellschaft und für unseren Planeten werden.





[1] http://www.un-documents.net/our-common-future.pdf [2] https://www.econstor.eu/dspace/bitstream/10419/22095/1/08_2004.pdf


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