WELTERNÄHRUNGSTAG 2020

Die Forderung nach einem achtsamen Umgang mit Lebensmitteln


Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag (auch Welthungertag) statt. Dieser Tag soll daran erinnern, dass immer noch viele Menschen weltweit an den Folgen von Mangel- oder Fehlernährung leiden. Ein Anlass also, um das Thema Ernährung näher zu betrachten.



Mangel- oder Fehlernährung ist ein globales Problem. Laut United Nations leiden weltweit schätzungsweise 690 Millionen Menschen an Hunger. Das sind fast 9% der Weltbevölkerung. [1] Die Zahlen könnten für das Jahr 2020 allerdings weiter steigen, denn die Covid-19 Pandemie stellt eine zusätzliche Bedrohung für das globale Ernährungssystem dar. Dem gegenüber stehen ca. 1,9 Milliarden übergewichtige und adipöse Menschen. Es gibt also weltweit mehr als doppelt so viele Menschen, die an den Folgen von Übergewicht erkranken, als Menschen die an Hunger leiden müssen.


Die gute Nachricht ist: die Gesamtsituation hat sich in den letzten 20 Jahren verbessert. Der weltweite Hunger wurde gemäß dem Welthunger-Index im Jahr 2000 noch als “ernst” bezeichnet. 2020 wird er als “mäßig” eingestuft. [2] Der Anteil an Menschen, die an Unterernährung leiden, ist von 14,8 % im Jahr 2020 auf aktuell 8,8% zurückgegangen. In den besonders stark betroffenen Regionen der Welt ist davon jedoch recht wenig zu spüren.


Dem Thema Hunger ist auch das Ziel 2 der Sustainable Development Goals der United Nations gewidmet: [3]

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern


Es bleibt also viel zu tun. Eine tiefgreifende Veränderung des globalen Ernährungs- und Landwirtschaftssystems ist erforderlich, um die mehr als 690 Millionen Menschen zu ernähren, die heute hungern. Eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ist entscheidend, um die Gefahren des Hungers zu lindern. Der wachsende Konsum von Fleisch und Milchprodukten führt dazu, dass immer mehr Getreide zu Tierfutter statt zu Nahrungsmitteln wird. Mit Folgen: Für ein Kilo Rindfleisch müssen sieben Kilo Getreide in ein Rind „investiert“ werden. Von dem Getreide könnten sich aber viel mehr Menschen ernähren. Auch das Umwandeln von Nahrungsmittelanbau- zu Biospritflächen zählt zu den Grundursachen des eigentlichen Problems. Und weil auch die Weltbevölkerung wächst, müssen wir schon in 20 Jahren 50 Prozent mehr Nahrungsmittel produzieren als heute, um überhaupt theoretisch genug Essen für alle Menschen zu haben.

Neben den zum Teil gravierenden sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Ernährung, sind auch die ökologischen Effekte nicht zu vernachlässigen. Die Ernährung stellt immerhin etwa 23 % des ökologischen Fußabdrucks des/r DurchschnittsösterreicherIn dar. Trotz allem landet ca. ein Drittel der welt­weit produzierten Lebens­mittel im Müll - unangetastet. Allein in Österreich werden jedes Jahr rund 760.000 Tonnen an ungenutzter Nahrung weggeworfen.

Und was kann jede/r Einzelne von uns tun?

  • Weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumieren.

  • Lebensmittelverschwendung vermeiden und einen sorgsamen Umgang mit Nahrungsmitteln kultivieren

  • Spenden. Eine von vielen Möglichkeiten gibt es unter welthunger.de Hier kann man den Wert seines Essens in einen Spendenbetrag umrechnen lassen und sieht, wie viele Menschen davon profitieren könnten. Mit nur einem Hot-Dog um 1,50€ könnten beispielsweise 2 Menschen im Jemen eine Nahrungsmittelration erhalten und zusätzlich ein Hilfsprojekt finanziell unterstützt werden.




[1] Sustainable Development Goal 2, Zero Hunger: https://sustainabledevelopment.un.org/sdg2

[2] Welthungerhilfe (Hg.): 2020 Welthunger-Index. Kein Hunger bis 2030: Gesundheit und nachhaltige Ernährungssysteme zusammen

[3] https://www.un.org/sustainabledevelopment/hunger/



Weiterführende Links & Infos:

https://welthungertag.de/

https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/malnutrition

https://ourworldindata.org/hunger-and-undernourishment#severe-food-insecurity

https://www.mein-fussabdruck.at/


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